Buch – 1. Einsatzgebiete der ketogenen Ernährung

Hier möchte ich euch die Gelegenheit geben einen kostenlosen Blick auf die Artikel in meinem neuen Buch/Magazin zu werfen. Ich würde mich natürlich auf Rückmeldung freuen. Falls ihr Rechtschreibfehler oder Ideen/Fragen dazu habt, die ich noch einbauen kann, hinterlasst doch bitte ein Kommentar oder schreibt mir eine Nachricht. Ich hoffe, dass euch diese Infos gefallen. Ich habe mir vorgenommen alle 1-2 Tage einen Teil zu schreiben und werde diesen dann immer weiter veröffentlichen.

Inhalt

Einleitung. 1

  1. Einsatzgebiete der ketogenen Ernährung. 1

1.1.       Krankheiten: 1

1.2.       Allgemeines Wohlbefinden: 2

1.3.       Sport: 2

Literaturverzeichnis. 4

Einleitung

Die ketogene Ernährung ist schon seit Jahrzehnte bekannt und wird besonders bei Krankheitsfällen angewendet. Durch intensive Werbemaßnahmen der Pharmaindustrie für Medikamente, wurde diese Behandlungsmethode kaum mehr angewendet. Es ist einfacher und profitabler ein Medikament zu verschreiben, statt gleich die ganze Ernährung des Patienten zu untersuchen und umzustellen. Gleichzeitig befinden wir uns in einer Zeit, in der ein immer größer werdender Teil der Menschen Übergewichtig sind oder werden. Immer mehr Kinder bekommen Krankheiten wie Diabetes, die sonst nur bei älteren Menschen vorkommen. Dabei spielt das verpönte Fett oder die tierischen Proteine keine entscheidende Rolle. Der Konsum von Fleisch und guten Fetten ist in den letzten Jahrzehnten gesunken. Allein der Konsum von raffiniertem Zucker und Weizenprodukten ist in diesen Jahren enorm gestiegen. Es ist wichtig nicht die Kohlenhydrate per se zu verteufeln, da auch raffinierte und stark verarbeitete Öle und künstliche Zusatzstoffe als Krankmacher gelten können. Generell lässt sich sagen, dass möglichst naturbelassen und unverarbeitete gegessen werden sollte. Fertigprodukte, Süßgetränke oder Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht Teil einer gesunden Ernährung sein. Hierzu empfehle ich mein Buch: „Eat Smart – Be Fit“, in dem die Grundlagen einer gesunden Ernährung behandelt werden. Hier soll es rein um die ketogene Ernährung und die Auswirkungen auf den Körper gehen.

1.     Einsatzgebiete der ketogenen Ernährung

1.1.           Krankheiten:

Einsatzgebiete der ketogenen Ernährung

Einsatzgebiete der ketogenen Ernährung

Schon seit 1921 wird die ketogene Ernährung als Therapie für Epilepsiepatienten durchgeführt. Man hat beobachtet, dass ein Hungerzustand bei diesen Patienten positive Wirkungen bei den Anfallssituationen bewirkt. Daraufhin wurde versucht ein Kohlenhydratmangel mit genügend Fett- und Proteinzufuhr hervorzurufen.

Gerade bei Patienten mit einer Glukosetransporterstörung kann eine ketogene Ernährung durch die entstehenden Ketonkörper eine alternative Energiequelle für das Gehirn bereitstellen. Bei Kindern wirkt die ketogene Ernährung besonders gut. Neuerdings wird die ketogene Ernährung auch bei Alzheimer, Schizophrenie oder anderen Erkrankungen mit großem Erfolg durchgeführt.

Auch im Bereich Diabetes erkennen viele Patienten die Vorteile der ketogenen Ernährung und können ihre Blutwerte und das Gewicht deutlich verbessern. Durch die fehlenden Kohlenhydrate erholt sich der Blutzuckerspiegel schon nach wenigen Tagen und in vielen Fällen muss Insulin nicht mehr in großen Mengen gespritzt werden. Für viele Patienten ist dieses eine sehr große Erleichterung. Weitere kardiovaskuläre Risiken können ebenfalls deutlich verbessert werden, was sich durch bessere Blutwerte zeigt.

Seit wenigen Jahren wird die ketogene Ernährung auch in der Krebstherapie angewendet und verspricht unterstützend zur Chemotherapie eine bessere Heilungschance. Die meisten Mechanismen dahinter werden in der Reduktion des Blutzuckerspiegels (damit verbunden auch Reduktion von Isulinausschüttung) und der gesteigerten Fettoxidation vermutet.

Akne und PCOS können ebenfalls durch gesenkte IGF-1 Werte verbessert werden (A Paoli, 2013). Allerdings hängt der Erfolg immer individuell mit dem Patienten zusammen und stellt wie alle anderen Therapiemöglichkeiten kein Allheilmittel für alle Krankheiten dar.

Möchte man die ketogene Ernährung im Krankheitsfall anwenden, sollte dieses immer von einem Experten oder Arzt begleitet werden. Mögliche Komplikationen mit bestimmten Medikamenten oder kombinierten Krankheitsbildern können einen anderen Therapieansatz vorziehen.

1.2.            Allgemeines Wohlbefinden:

Viele Menschen sind so an die westliche Ernährung gewöhnt, dass sie kaum einen Tag haben, an dem sie mal weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen. Ein Brötchen am Morgen, Nudeln zum Mittag und zum Abendbrot natürlich wieder etwas Warmes oder noch ein Brot hinterher. Die Menge an Kohlenhydraten steigt so im Schnitt auf rund 300 g oder mehr an. Noch nicht mit eingerechnet sind hier die ganzen Süßgetränke, Eis und sonstige Süßigkeiten, die viele Menschen abends vor dem Fernseher einfach nur nebenbei essen.

Kohlenhydrate begegnen uns in fast jedem Produkt, selbst dort wo wir sie nicht erwarten würden. Egal ob es sich um Fertigsuppen, Salami oder Joghurt handelt. In den meisten Produkten ist Zucker zugesetzt. Wir werden schon in unserer Kindheit mit Süßigkeiten zum Geburtstag und als Belohnung auf diesen Geschmack gebracht. Unser Belohnungssystem im Gehirn, unsere Geschmacksnerven und die Darmbakterien passen sich somit über die Jahre auf den übermäßigen Verzehr von Kohlenhydraten (damit meine ich insbesondere Zucker) an. Sobald wir Produkte essen, die weniger süß sind und nicht dem Standard entsprechen, schmecken sie uns nicht mehr. Eine Schokolade zu essen, die mehr als 70 % Kakaoanteil besitzt, würde den meisten überhaupt nicht mehr in den Sinn kommen.

Zwar leidet nur ein geringer Anteil der Bevölkerung an starken Lebensmittelunverträglichkeiten (Gluten, Fructose, Lactose etc.), jedoch kann die Reduzierung der zuckerhaltigen Nahrungsmittel und Weizenprodukte ein deutlich besseres Wohlbefinden hoffen. Generell sollte keine pauschale Aussage getroffen werden bestimmte Lebensmittelgruppen per se zu vermeiden. Einen Versuch ist es aber immer Wert.

Viele Menschen leiden auch an westlichen Zivilisationskrankheiten, wie dem Candida Hefepilz oder anderen Pilzinfektionen besonders im Darm. Diese wachsen mit isolierten Kohlenhydraten besonders gut. Es ist generell also ratsam zumindest für eine Zeit auf Kohlenhydrate zu verzichten um festzustellen, wie sich die Darmflora (und dadurch auch das allgemeine Wohlbefinden) verändern oder verbessern.

Durch den gleichbleibenden Blutzuckerspiegel und die zusätzliche Energie aus den Ketonkörpern, gibt es kaum mehr das berühmte Mittagstief. Müdigkeit über Tage entsteht hauptsächlich durch eine Mahlzeit, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lässt. Daraufhin schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus, bis der Blutzuckerspiegel sich normalisiert hat. Dabei sinkt der Blutzuckerspiegel am Ende jedoch etwas tiefer ab, was eine Müdigkeit zufolge hat. Durch diese Blutzuckerschwankungen entsteht eine nur kurze gesteigerte Aufmerksamkeitsspanne von ca. 1-3 Stunden. ein gleichbleibender Blutzuckerspiegel hält den Körper auf einem konstant hohen Level über den Tag wach. Die bevorzugte Energiequelle des Körpers sind die Fettsäuren. In Ruhe oder auch bei moderater sportlicher Betätigung werden die verbrauchten Kalorien vornehmlich aus Fett gewonnen. Durch die westliche Ernährungsweise und einem Überschuss an Kohlenhydraten, wird dieses System unterdrückt.

Eine ketogene Ernährung (oder Low Carb Ernährung) kann somit in verschiedenen Bereichen des alltägliches Lebens und der Gesundheit Vorteile bringen.

1.3.           Sport:

Im Bodybuilding und Kraftsport wird mit der anabolen Diät schon seit Jahrzehnten eine Phase mit sehr wenigen Kohlenhydraten durchgeführt und für Wettkämpfe die Superkompensation der Glykogenspeicher genutzt um Muskulatur dicker erscheinen zu lassen. Auch im Ausdauersport gibt es das „Train low – compete high“ Prinzip schon seit einige Jahren und wird von immer mehr Sportlern angewendet um nach einer kohlenhydratarmen Phase die Speicher maximal zu füllen.

Bisher galten die Kohlenhydrate als einzig sinnvolle Energiequelle. Diese Meinung wurde besonders durch die Werbung der Firmen für Nahrungsergänzungsmittel befeuert. Es gibt kaum eine Lauf- oder Fitnesszeitschrift, die ohne Werbung für Zuckergels oder Getränkepulver auskommt. Auf Laufmessen oder in Starterbeuteln werden die Probepackungen beigelegt, um die Sportler auf den Geschmack zu bringen. Da der Kohlenhydratspeicher im Körper auf ca. 1-1,5 Stunden begrenzt ist, muss bei einem Marathon die Energie entsprechend während des Wettkampfs aufgenommen werden. Das nimmt nicht nur interessante optische Ausmaße der gelbepackten Läufer an, sondern führt in vielen Fällen auch zu Verdauungsproblemen.

Neuere Studien wie die FASTER Study (Volek, 2016) und auch Erfahrungen von Spitzensportlern werden in den nächsten Jahren für einen grundlegenden Wandel bei den Ernährungsstrategien sorgen. So hat Chris Froome den Tour de France Sieg mit einer kohlenhydratarmen Ernährung holen können (Business Insider, 2016).

Für Sportler stellt die ketogene Ernährung ein Tool zur Verfügung, um die Fettverbrennung zu maximieren, länger und härter zu trainieren, besser zu regenerieren, fokussierter zu trainieren und den Kohlenhydratspeicher auf langen Laufstrecken zu schonen. Weiterhin können einfach größere Kalorienmengen zugeführt werden, ohne ein Völlegefühl hervorzurufen. Weitere Vorteile werden in den folgenden Kapiteln aufgeführt.

Literaturverzeichnis

A Paoli, 1. A. (08 2013). PubMed. Von http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3826507/ abgerufen

Business Insider. (26. 07 2016). Von http://www.businessinsider.com/chris-froome-weight-loss-tour-de-france-2016-7?r=US&IR=T&IR=T abgerufen

Volek, J. S. (03 2016). Metabolic characteristics of keto-adapted ultra-endurance runners. Von http://www.metabolismjournal.com/article/S0026-0495(15)00334-0/abstract abgerufen