Die Wirkung von Kaffee und Koffein

Die Auswirkung von Kaffee und Koffein.

Kaffee hat positive sekundäre Pflanzenstoffe

Kaffee hat positive sekundäre Pflanzenstoffe

Kaffee wurde schon in einigen Studien ein positiver Effekt auf die Gesundheit zugeschrieben. Er ist reich an Antioxidantien und spielt in der westlichen Ernährung ein große Rolle. Es soll ebenfalls Risiken für Diabetes Typ 2 oder Leberkrankheiten minimieren (obwohl hier eventuell eher der Sättigende Effekt oder angeregte Stoffwechsel eine Rolle spielen könnte).

Trotzdem besitzt Kaffee, wie auch jedes andere pflanzliche Produkt unzählige sekundäre Pflanzenstoffe mit bekannten und unbekannten Vorteilen. Kaffee enthält viele wichtige Inhaltsstoffe, die jedoch nach Sorte und Verarbeitung stark schwanken können. Weiterhin spielt die Menge an getrunkenem Kaffee ebenfalls eine große Rolle.

Koffein: der Hauptwirkstoff und Stimulanz mit aktivierender Wirkung auf das Nervensystem.
Chlorogensäure: Antioxidant mit positiven Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und Blutdruck.
Cafestol & Kahweol: besonders in unfiltriertem Kaffee vorhanden. Soll positive Auswirkungen auf die Leber haben und gegen Krebs schützen. Kann im Übermaß aber auch den LDL Spiegel erhöhen.
Trigonellin (Nicotinsäure): Bei der Röstung von Kaffee bildet sich aus Trigonellin unter Anderem das für den Menschen wichtige Vitamin B3. Soll das Bakteriumwachstum mindern, was gut für die Zahngesundheit ist.
Auch im Bezug auf Alzheimer und Demenz ist Kaffee im Gespräch. Hier gibt es allerdings keine eindeutigen gesicherten Studien und sind eventuell nur auf den Kurzzeiteffekt zurückzuführen.

Wie wirkt Kaffee auf das Gehirn und die Müdigkeit?

Auswirkungen einer Überdosis an Koffein

Auswirkungen einer Überdosis an Koffein

Bekanntermaßen stimuliert Kaffee das Nervensystem auf verschiedene Weise. Besondere Auswirkungen hat das Koffein auf die Adenosinrezeptoren. Adenosin ist ein Neurotransmitter, welches das Gehirn zum Schlaf anregt. Diese werden an bestimmten Rezeptoren gebunden. Koffein legt sich (mit seiner ähnlichen Struktur) selbst an diese Rezeptoren, wodurch Adenosin nicht mehr andocken kann. Dadurch wird dem Gehirn kein Müdigkeitssignal mehr gesendet. Adenosin wird über den Tag gebildet und löst irgendwann die Müdigkeit aus. Das zentrale Nervensystem bleibt dadurch ständig in einem aktivierten Zustand.

Koffein kann somit über kurze Zeit dem Gehirn einen kleinen Boost verschaffen. Weiterhin stimuliert Koffein die Produktion von weiteren Neurotransmittern wie Noradrenalin, Dopamin und Serotonin. Dadurch können auch Stimmung, Reaktionszeit, Wachheit, Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit gesteigert sein.
Allerdings kann sich über längere Zeit eine Toleranz gegenüber Koffein einschleichen. Es wird also mehr Kaffee oder Koffein benötigt um den gleichen Effekt hervorzurufen.
Die Wirkung von Koffein hält auch nur einige Stunden an. Somit ist es auch nicht ratsam Kaffee in den Abendstunden vor dem Schlafen zu sich zu nehmen, da Koffein den Schlaf negativ beeinflussen kann. Die Schlafqualität wird gemindert und kann am Ende den gegenteiligen Effekt von Koffein haben.

Sport und Fettabbau.

Auswirkungen von Koffein auf den Körper

Auswirkungen von Koffein auf den Körper

Koffein kann allerdings auch den Stoffwechsel um 3-11% anregen, was mehr Fettverbrennung durch mehr Energie bedeuten kann. Deshalb ist Koffein in den meisten Fatburnern vorhanden. Dieser Effekt kann bei langanhaltenem Konsum von Koffein wieder aufgehoben werden.
Ebenfalls kann die sportliche Leistungsfähigkeit um bis zu 11-12% durch die Ausschüttung von Adrenalin gesteigert werden und durch die gesteigerte Fettverbrennung mehr Energie bereitstellen. Allerdings erhöht Koffein auch den Puls, was bei maximaler Leistung limitierend sein kann.

Zusammenfassung.

Ich empfehle also Kaffee oder Koffein für bestimmte wichtige Zeitpunkte einzusetzen. Bei einem Wettkampf oder Prüfung kann eine geringe Menge an Koffein (Maximal ca. 100-150mg) einen Vorteil bringen. Alles darüber hinaus stimuliert den Kreislauf zu sehr und kann sich negativ auf die Leistung auswirken.
Bei ständigem Kaffee- oder Koffeinkonsum ist die Wirkung nicht mehr so stark, weshalb ich von täglicher Einnahme abrate. Weiterhin konnte ich selbst an mir öfters feststellen, dass bei Abstinenz nach starkem Koffeinkonsum (Cola Zero etc.) Kopfschmerzen auf Entzugserscheinungen auftreten können.

Für alle Kaffeejunkies gibt es ja noch den koffeinfreien Kaffee, der euch die Vorteile der sekundären Pflanzenstoffe bringt. Alternativ hat Tee hier den selben Effekt.

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