Studie: mitochondriale Dysfunktion und ketogene Ernährung

Ketogene Ernährung hat schon bei früheren Studien gezeigt, dass sie besonders bei Störungen der Mitochondrien erfolgreich eingesetzt werden kann. Zellen mit zerstörter mtDNA werden aussortiert. Weiterhin werden Mitochondrien vermehrt bei ketogene Ernährung gebildet und kann bestimmte Krankheiten verlangsamen oder verhindern.

In dieser Studie geht es um PEO und den damit zusammenhängenden Änderungen bei ketogener Ernährung (hier eine modifizierte Atkins Diät).
Die chronisch progressive Ophthalmoplegie (PEO) bezeichnet eine progrediente Lähmung der äußeren Augenmuskeln in Folge mitochondrialer Dysfunktion (Mitochondriopathie).

In der zweieinhalb Jahre langen Studie konnte in drei von vier Patienten ein leichter Muskelwachstum festgestellt werden. Die Symptome von PEO konnten sehr schnell nach Umstellung der Ernährung rückgängig gemacht werden. Negative Eigenschaften wurden nicht festgestellt.

Interessant an dieser Studie ist nicht per se die Krankheit an sich, sondern die Auswirkungen der ketogene Ernährung auf die Muskulatur und die Gesundheit generell bei diesen Patienten.
Die entsprechenden Patienten waren extrem auf Glukose angepasst, was durch hohe Laktatlevel gekennzeichnet ist. Die Fette im Blut konnten in der Muskulatur nicht verarbeitet werden und haben sich somit in der Leber, Blut und Gewebe angesammelt.
Durch die Ernährungsumstellung wurden mehr Mitochondrien gebildet und das angesammelte Fett verbrannt. Biomarker wie ein erhöhter Level an Alanin sind durch eine modifizierte Atkins Diät normalisiert worden.

Erstaunlich hier finde ich die Grafik, die einige Werte aufzeigt, die unter ketogene Ernährung erhöht sind. Beispiel die Kreatinkinase: die Energiebereitstellung scheint durch diesen kurzfristigen Speicher erhöht zu sein und ATP schneller zu regenerieren.

Myoglobin ist der rote Muskelfarbstoff und bindet Sauerstoff.
Laktat ist ebenfalls erhöht, was ich auf die Glukoneogenese zurückführe, wodurch Laktat wieder zu Energie umgewandelt wird.
Ketonkörper erschließen sich von selbst.
Weitere metabolische Anpassungen, die mit der ketogene Ernährung einhergehen sind hier ebenfalls aufgeführt. Hier stellen die Autoren der Studie selbst einige Fragen inwieweit diese Dinge untersucht werden müssen.

Abschließend lässt sich sagen, dass bei bestimmten Krankheiten, besonders mit Stoffwechselstörungen im Bereich der Mitochondrien mit einer ketogene Ernährung eine Besserung eintreten kann.

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http://embomolmed.embopress.org/content/early/2016/10/11/emmm.201606933.long

Quelle: http://embomolmed.embopress.org/content/early/2016/10/11/emmm.201606933.long