Neus Buch – Quick Ketose Guide Teil 2

Ketonwerte messen.

Ziel ist es den Körper auf Fettverbrennung zu optimieren und nicht maximal Ketonkörper zu produzieren. Gerade in der Anfangszeit sind erhöhte Werte im Blut, Urin oder in der Atemluft nachweisbar. Nach einer Umstellungsphase nutzt der Körper die Ketonkörper und vermehrt die Fettverbrennung und reduziert damit auch die Produktion der Ketonkörper. Somit ist es nicht schlimm nach einer gewissen Zeit geringere Werte zu haben. Ich kann deshalb nur empfehlen sich von den reinen Werten nicht verrückt machen zu lassen, da diese von sehr vielen Faktoren abhängig sind und hauptsächlich anzeigen, ob der Körper Ketonkörper produziert und nutzt oder nicht.

Am genausten sind die Werte im Blut. Hierfür wird aber ein teures Gerät mit teuren Sticks benötigt. Die Messung kostet ungefähr 1,40 € und ist nur für Personen zu empfehlen, die eine ketogene Ernährung zu gesundheitlichen Zwecken oder maximaler sportlicher Leistung durchführen. Für eine einfache Diät oder generelle Ernährungsumstellung reicht die Messung im Urin für einen ungefähren Wert aus. Zeitlich noch etwas genauer ist eine Atemanalyse, die mit einem einfachen Atemalkohol Messgerät durchgeführt werden kann. In der Atemluft wird das Aceton gemessen, welches bei der Fettverbrennung anfällt. Diese können aber auch mit fortschreitender Ketose nachlassen. Die Ketonkörper in der Atemluft verursachen auch einen unangenehmen Mundgeruch, der mit Kaugummi, Zähneputzen oder etwas mehr Flüssigkeit reguliert werden kann.

Weitere Informationen, ein Video und Produktempfehlungen gibt es auf dieser Seite: http://danielpugge.de/2016/06/21/ketose-messen-ketonkoerper-im-urinatemluft-oder-blut-bestimmen/  Dort gibt es auch weitere Informationen zu den einzelnen Werten.

 

Physiologische Vorgänge bei der Umstellung.

Die Umstellung auf eine Fettverbrennung und die Produktion der Ketonkörper ist ein sehr komplexes und weitreichendes Thema. In diesem Guide möchte ich dieses Kapitel möglichst kurz halten um nicht zu sehr für Verwirrung zu stiften.

Bestimmte Zellen des Körpers benötigen Glukose um zu funktioniert. Dazu gehört ein Teil des Gehirns, rote Blutkörperchen oder auch die Muskulatur unter extremer sportlicher Belastung. Komplett auf Glukose zu verzichten funktioniert für den Körper also nicht. Allerdings ist der Körper in der Lage Glukose selbst herzustellen. Somit sind Kohlenhydrate kein essenzieller Nährstoff, der unbedingt durch die Ernährung aufgenommen werden muss. Die Produktion von Glukose läuft an, wenn der Glykogenspeicher des Körpers langsam zu Neige geht. In der Leber beginnt nun die Glukoneogenese aus Protein, Glycerin, Laktat und anderen energiereichen Substrate. Nach einer Umstellungsphase benötigt das Gehirn statt 150 g Glukose nur noch ca. 40 g Glukose. Der restliche Energiebedarf wird aus Ketonkörpern gedeckt. Die Muskulatur und viele andere Organe stellen besonders in Ruhe oder bei leichter sportlicher Tätigkeit fast vollständig auf Fettverbrennung um. Für intensive sportliche Leistung können ebenfalls die Ketonkörper oder die selbst gebildete Glukose hinzugezogen werden. Der Bedarf an Glukose sinkt somit auf ein Minimum.

Gesundheitliche Aspekte der ketogene Ernährung.

Die Gesundheitsempfehlungen der letzten Jahrzehnte zeigten eine Ernährungspyramide mit einer Basis aus sehr Kohlenhydrate lästiger Nahrungsmittelauswahl. Besonders Weizenprodukte, Nudeln oder Müsli wurden lange besonders empfohlen. Fett wurde seit der großen Cholesterinlüge verteufelt. Der Konsum von tierischen Fetten in Form von Vollmilchprodukten, Käse oder auch Butter geht seit 1980 stetig zurück. Ersetzt wurden die natürlichen Produkte durch stark verarbeitete und industrielle gehärtete Fette aus Pflanzenölen. Margarine, fettarme Milch und Fleisch möglichst ohne Fett landete seitdem auf den Tellern der Menschen. Trotz sinkendem Konsum von Fett und tierischen Produkten nimmt die Anzahl der Diabetiker und Übergewichtigen seit 1980 stetig zu. Somit lässt sich auf einem Blick schon erkennen, dass Fett alleine nicht der ausschlaggebende Faktor für Übergewicht sein kann. Cholesterin und damit auch Eier und andere tierische Produkte wurden verteufelt, da die Annahme bestand, dass Cholesterin die Arterien verstopfen würde. Die Annahme beruhte allerdings auf Studien, die in der Wissenschaft sehr kontrovers diskutiert worden sind. Neuere Studien aus 2014 zeigten in Metaanalysen keinen Zusammenhang zwischen Fettkonsum und kardiovaskulären Risiken. Vielmehr ist hier der übermäßige Konsum an Kalorien besonders aus stark verarbeiteten Produkten, Fast Food, Weizenprodukten oder Zuckergetränken zurückzuführen. Die vielen Kalorien und die gleichzeitige Aufnahme von Fett und Zucker überlasten den Körper und führen zur schnelleren Einlagerung der Fette im Körper Fett und der Leber.

Es gibt sowohl für eine gesunde Ernährung mit sehr viel Obst und Gemüsen und vielen Kohlenhydraten, als auch für eine entsprechend gesunde Ernährung mit sehr viel Fett und wenig Kohlenhydraten, klinische randomisierte Studien mit deutlicher Besserung der Blutwerte und der generellen Gesundheit. Eine gesunde Ernährung definiert sich hier mit natürlichen Lebensmitteln und einem nicht übermäßig hohen Konsum an Kalorien. Bewegung, ausreichend Schlaf und weniger Stress sind ebenfalls Faktoren der Gesundheit, die häufig vernachlässigt werden.

Zur ketogene Ernährung lässt sich sagen, dass es hier einige Studien über mehrere Jahre gibt, die keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit aufzeigen. Vorausgesetzt ist allerdings, dass die ketogene Ernährung mit natürlichen Nahrungsmitteln und gesunden Fetten durchgeführt wird. Verzichtet werden sollte auf Öle mit hohem Anteil an Omega 6 wie einige Pflanzenöle, besonders Sonnenblumenöl. In die Ernährung mit eingebaut werden sollte eine Omega-3 Fettsäurequelle wie Fisch. Auch auf Innereien mit hohem Vitamingehalt wie Leber, Blutwurst oder Gemüse sollte nicht verzichtet werden.

Trotzdem lässt sich sagen, dass die ketogene Ernährung kein Allheilmittel darstellt. Es sollte im Einzelfall abgewogen werden, ob die Ernährung sinnvoll ist oder ob Erkrankungen bestehen, bei der eine fettreiche Ernährung nicht sinnvoll ist. Die ketogene Ernährung stellt ein Werkzeug bereit um den eigenen Körper für die Fettverbrennung zu optimieren. Die daraus resultierenden Vorteile können bei Krankheiten, Diät oder im Sport helfen das Wohlbefinden zu verbessern. Es ist nötig sich auf neue Lebensmittel einzustellen und den Alltag essenstechnisch umzustellen. Besonders Süßigkeiten auf der Arbeit, Chips oder viele Beilagen wie Reis, Kartoffeln oder Nudeln müssen durch andere Nahrungsmittel ersetzt werden. Sollten sich trotz gesunder Ernährung Probleme einstellen, sollte sofort Rücksprache mit einem Experten geführt werden und die Ursache herausgefunden werden. Im Notfall können die Kohlenhydrate langsam wieder in die Ernährung mit eingeplant werden.