Ketogenen Ernährung mit tierischem Fett bei Darmkrebs

Einzelreport einer ketogenen Ernährung mit tierischem Fett bei Darmkrebs.

DOI: 10.12691/ajmcr-5-8-3

ZUSAMMENFASSUNG

Ein Patient wurde die ersten 6 Wochen mit Strahlentherapie behandelt, danach lediglich eine ketogene Ernährung mit tierischen Fetten über 22 Monate als einzige Therapie. Der Patient benötigte keine Medikamente oder Supplemente während der ketogene Ernährung.

Während der ersten 5 Monate konnte der Patient sich strikt an die Ernährungsvorgaben halten. Während dieser Zeit verbesserten sich die Tumormarker. Weiterhin verringerte sich die Tumorgröße. Der Patient war konstant in Ketose.

Die folgenden 7 Monate konnte der Patient nicht mehr strikt bei der ketogenen Ernährung bleiben mit einigen Tagen Ausreißer. Dabei verschlechterten sich die Tumorparameter. Trotzdem vergrößerte sich der Tumor nicht.

Nach Ende der 2 Jahre und Rückfall in alte Gewonheiten trat wieder Blut im Stuhl auf und der Tumor wurde Operativ entfernt.

 

HINDERGRUNDINFORMATIONEN

Bei bisherigen Studien wurden bei anderen Tumorarten bei wenigen Patienten ebenfalls Vorteile festgestellt. Allerdings fehlt es an Langzeitbeobachtung und einer Nachbetrachtung.

Eine ketogene Ernährung mit tierischen Fetten stellt einen metabolischen Vorteil der menschlichen Evolution dar. Viele Studien zeigen ebenfalls Vorteile bei Epilepsie, Diabetes Typ 1, Diabetes Typ 2 und anderen Erkrankungen.

ZUM PATIENTEN

62 Jähriger Patient mit hohem Blutdruck seit 32 Jahren und entsprechender Medikamenten. 2 Jahre vor der Tumordiagnose beklagte sich der Patient um Blut im Stuhl und Durchfall.
Oktober 2015 wurde eine 6cm dickere Darmwand festgestellt und nach einer Biopsie der Tumor festgestellt.
Der Patient stand unter enger Kontrolle mit Visiten, Email und Handy.
Der Patient war nur leicht Übergewichtig (78kg bei 175cm BMI = 25,5)
Während der ketogenen Ernährung verlor er 13kg (65kg und BMI = 21,2)

ERNÄHRUNG DES PATIENTEN

10 Tage später wurde dem Patienten die ketogene Ernährung empfohlen. Die Fett:Protein Ratio betrug 2:1 in Gramm! Somit eine 4:1 Ratio in Kalorien. Bedeutet 80% Fett und 20% Protein. Die Ernährung bestand aus rotem fettigen Fleisch, welches dem fettarmen Fleisch vorgezogen wurde. Dazu sollten Organe mit in die Ernährung eingebaut werden.
Ausgeschlossen wurde: Weizen, Milch und Milchprodukte, Pflanzenöle, Ölsamen, Nachtschattengewächse, Linsen, rafinierter Zucker, Süßungsmittel und Lebensmittel mit Zusatzstoffen. Früchte und Alkohol war nicht erlaubt. Zum süßen gab es kleine Mengen Honig.
Unverarbeitetes rohes Gemüse war in möglichst geringeren Mengen erlaubt ( < 30% Volumen).
Supplemente wurden nicht gegeben und Vitaminpillen waren nicht erlaubt.

Die Ernährungsform sollte 24 Monate ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Die Medikamente wurden ebenfalls nach 2 Wochen abgesetzt.

KONSEQUENZ ÜBER DIE ZEIT

Ketonwerte wurden im Urin über die gesamte Zeit regelmäßig gemessen. Auch die Blutparameter waren bei den Laboruntersuchungen hoch in Ketonkörpern und niedrig im Blutzucker.
Der Patient konnte nach 5 Monaten der Ernährung nicht mehr 100% folgen und hatte mehr Kaffee und Alkoholkonsum.
Der Patient fand es einfach die Ketose zu halten, jedoch schwierig sich an die limitierenden Ernährungsempfehlungen zu halten.
Um Januar 2017 verschlechterten sich die Laborparameter und Entzündungsparameter so extrem, dass ihm dazu geraten wurde die Ernährung wieder strikt für mindestens 3 Wochen durchzuführen. Die Marker verbesserten sich darauf hin wieder sehr schnell.

GESUNDHEITSPARAMETER

Der Patient verlor 13kg bei striktem Einhalten der Ernährungsform. Der Blutdruck war dabei sehr niedrig. Nach Rückkehr in alte Gewonheiten verschlechterten sich die Parameter wieder.
Der Blutzuckerspiegel verringerte sich leicht, aber blieb stabil.

BLUTWERTE

Gesamtcholesterin und LDL waren leicht erhöht, jedoch die Triglyzeride blieben niedrig.
Harnsäure war die ersten 4 Wochen erhöht und verringerte sich dann wieder.
Der Eisenspiegel war zu Beginn sehr niedrig (5,6 umol/l), was typisch bei Darmkrebs ist. Mit der ketogenen Ernährung verbesserten sich die Eisenwerte auf 11,4.
Interessanterweise korrelierten der Eisenwert und die Entzündungsmarker negativ miteinander.

Die Tumormarker waren zu Beginn erhöht. Verringerten sich bei strikter Ernährung und erhöhten sich wieder bei Rückfall in alte Gewohnheiten.
Normale Blutwerte bei Schilddrüsenhormonen, Vitamin D, Vitamin B12 usw. wurden festgestellt.

WEITERES

Der Patient kam ohne Nebenwirkungen sehr gut mit der ketogenen Ernährung klar. Er berichtete von verbesserter physischen und psychischen Fitness.
Er berichtet ebenfalls von anderen Krankheiten (Hämorrhoiden und Fußpilz) , die verschwunden sind.