Fettverbrennung in der Atemluft messen

In letzter Zeit häufen sich Meldungen über Atemmessgeräte, die beim Abnehmen helfen sollen.
Durch das messen von geringen Mengen Aceton in der Atemluft soll ein Fettabbau bzw. Fettverbrennung nachgewiesen werden. Eigentlich wurde dieses Gerät zur Diabetes Diagnose erfunden.

Die Hersteller der Geräte und Forschungsgruppe werben mit einem sehr empfindlichen Sensor, der in der Lage ist einzelne Aceton Moleküle in der Atemluft zu messen.
Untersucht wurden Sportler, die nach anderthalb Stunden Sport in das Gerät gepustet haben. Bei ihnen wurde ein Zusammenhang zwischen Aceton und dem Beta-Hydroxybutyrat im Blut festgestellt.

Jedoch lässt sich sagen, dass nach anderthalb Stunden Sport wahrscheinlich fast jeder Sportler durch zu wenig Kalorien und geleerten Glykogenspeicher Ketonkörper produzieren wird.

Die Fettverbrennung lässt sich aber aktuell ebenfalls sehr einfach und günstig mit verschiedenen Geräten messen, die bereits auf dem Markt sind. Der Ketonix misst das Aceton ebenfalls mit einem empfindlichen Sensor. Kostet allerdings auch über 100 €.
Viel günstiger ist hierbei das messen über einen günstigen 15 € Alkoholtester. Diese Geräte sind so günstig, dass sie Alkohol nicht von Aceton unterscheiden können und geben bei einer guten Fettverbrennung ebenfalls einen Wert zurück.

Auch hier gilt: nach sportlichen Tätigkeiten sind die Werte sowohl in der Atemluft, wie auch im Urin oder dem Blut deutlich erhöht.
Ob der Körper nun Fettabbau betreibt, lässt sich mit diesem Gerät jedoch nicht messen. Zwar ist die Fettverbrennung erhöht, jedoch kann dieses ebenfalls bei einer isokalorischen ketogenen Ernährung der Fall sein. Ist die Fettaufnahme aus der Ernährung erhöht, so wird auch die Fettverbrennung im Körper angeregt, ohne dass es sich um eigenes Körperfett handeln muss.
Ebenfalls beeinflussen lässt sich der Wert durch Kokosöl oder andere mittelkettige Triglyceride.

Eine verlässliche Angabe zur Diät und Gewichtsverlust lassen am Ende nur die Waage oder das messen mit einem Caliper an den Fettpölsterchen zu. Aber das entsprechende Marketing wird wahrscheinlich dazu führen, dass diese Geräte trotzdem für sehr viel Geld auf dem Markt verkauft werden.

Aktuell gibt es ähnliche Geräte schon auf dem Markt. Unverschämt teure Geräte für mehrere 100 $+ eine monatliche Grundgebühr gibt es in den USA seit neuestem ebenfalls. Ich empfehle dringend hiervon die Finger zu lassen und einfach einen Alkoholtester oder bei Bedarf den Ketonix zu holen. Günstiger als das Messen im Blut ist dieses mit Sicherheit.

Ich empfehle hier einen günstigen Alkoholtester, der bei mir sehr gut funktioniert und auch Korrelationen mit dem Blutbild zeigt: http://amzn.to/2gAHQDG

Einige Tüftler sind jedoch auch schon auf die Idee gekommen sich solche entsprechenden Geräte günstig selber zu bauen: https://jenslabs.com/2013/06/06/ketosense-an-arduino-based-ketosis-detector/