Ketonkörper können neuroprotektive Eigenschaften haben.

Ein Review aus 2018 fasst den aktuellen Stand der Forschung zum Thema Ketonkörper und Nervenzellen zusammen.

Glukose wird in den Nervenzellen zuerst in Laktat umgewandelt um dann im Mitochondrium in Energie umgewandelt zu werden. Dieses System wird auch als Laktat-Shuttle Hypothese bezeichnet. Mit Ketonkörpern könnte dieser Weg umgangen werden und direkt zur Energiegewinnung bereitstehen.
Aceton hat in Studien einen krampflösenden Effekt gezeigt (Gasior et al., 2007; McNally and Hartman, 2012), weshalb die ketogene Ernährung gerade bei Epilepsie Vorteile aufzeigt. Auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder ähnlichen Nervenerkrankungen zeigt die ketogene Ernährung positive Auswirkungen. Auch in Bezug auf Tumorwachstum oder verminderter Alterung zeigen sich erste positive Hinweise.


Ketonkörper und neuroprotektive Effekte

Ketonkörper haben ebenfalls einen Einfluss auf die GABA Synthese. Somit haben sie auch hier eine Auswirkung auf die Neurotransmitter.
Neuroprotektive Eigenschaften können auch über die verminderte Aktivierung von Mikroglia (Zellen als „Immunsystem“ des Gehirns) erklärt werden. Bei einer ständig erhöhten Anzahl von Mikroglia können chronische Entzündungen entstehen. Die eigentliche Aufgabe Abfallstoffe und Zellreste aus der Umgebung abzubauen, kehrt sich dann ins Gegenteil um. Generell sind Mikroglia für den Schutz gegen Parasiten, Bakterien oder Viren wichtig. Gerade bei neurodegenerativen Erkrankungen können die Mikroglia chronisch aktiviert sein und durch den vermehrten oxidativen Stress entzündungsfördernde Substanzen abgeben.

Auf einem epigenetischen Level können Ketonkörper Auswirkungen auf DNA Regulation haben. Durch Reduzierung der Histon-Deacetylase können antioxidative Enzyme erhöht werden. HDAC-Inhibitoren werden aktuell als mögliches Medikament in der Krebsforschung untersucht. Hierüber könnte ebenfalls ein unterstützender Effekt der ketogenen Ernährung bei Krebs erklärt werden.

Weiterhin hat die ketogene Ernährung Einfluss auf die Darmbakterien und damit auch auf die Darm-Hirn-Achse. Dadurch ergibt sich ein Einfluss auf den gesamten Körper unabhängig von den direkten Einflüssen auf die Neuronen. In Tierstudien wurde gezeigt, dass Antibiotika diesen positiven Effekt blockiert. Das transferieren von Darmbakterien in ein anderes Tier zeigte, dass die Darmbakterien als zusätzliche Ursache für einen positiven Effekt in Betracht gezogen werden können.

Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass sich Ketonkörper positiv auf das Nervensystem auswirken können und über bessere Darmbakterien und Enzymaktivierungen eine Option bei verschiedenen Krankheiten darstellen können.

Quelle: Fedorovich, Sergei V.; Voronina, Polina P.; Waseem, Tatyana V. (2018): Ketogenic diet versus ketoacidosis: what determines the influence of ketone bodies on neurons? In: Neural regeneration research 13 (12), S. 2060. DOI: 10.4103/1673-5374.241442.