Ist Glutenfrei die Lösung?

Macht es Sinn auf Gluten zu verzichten?

Immer mehr Menschen verzichten auf Gluten, da sie sich davon mehr gesundheitliche Vorteile versprechen. Gluten soll für viele verschiedene gesundheitliche Beschwerden auch außerhalb des Darms verantwortlich sein.

Eine dänische Studie untersuchte an 60 Personen über 2x 8 Wochen im Cross-over Design eine Ernährung mit 2 g Gluten gegenüber 18 g Gluten am Tag. Nach 6 Wochen Washout-Periode (12 g Gluten) wechselten sie die Ernährung in die andere Gruppe.
Wichtig hierbei ist zu beachten, dass möglichst wenig Faktoren unterschiedlich sind. Mit weniger Gluten könnten auch weniger ballaststoffreichere Lebensmittel oder weniger Kohlenhydrate enthalten sein.
So würde hier auf die gleiche Kalorienzahl und die gleiche Ballaststoffmenge geachtet.
Ein Unterschied bestand jedoch in der Zusammensetzung der Ballaststoffe selbst.

Diäten mit weniger glutenhaltigen Nahrungsmitteln hatten bei verschiedenen Darmerkrankungen oder Entzündungen eine Verbesserung aufgezeigt. Wobei eine tatsächliche Glutenunverträglichkeit nur bei 1-3 % der Bevölkerung vorkommen.
Somit könnten einige Personen mit Darmproblemen von einer glutenfreien Ernährung profitieren.
Es wurde festgestellt, dass auch die unterschiedlichen Ballaststoffe die Darmbakterien entsprechend beeinflussen.
So hatte die Gruppe mit weniger Gluten ebenfalls weniger Fructooligosaccharide und Mannitol/Sorbitol und mehr Laktose.
Statt Brot eher auf mehr Gemüse oder auch ballaststofffreiere Lebensmittel zu setzen, kann somit vorteilhaft sein.
Den Studienteilnehmern ging es mit der entsprechenden Ernährungsumstellung in vielen Bereichen besser.

Veränderungen der Darmbakterien und andere Parameter

Glutenfrei bedeutet auch nicht immer gesund, denn viele spezielle glutenfreie Lebensmittel sind noch stärker verarbeitet und nährstoffärmer als vollwertige Nahrungsmittel.

Für Personen mit Darmproblemen kann auch eine völlige ballaststofffreie Ernährung testweise durchgeführt werden. Grundsätzlich muss individuell geprüft werden, welche Nahrungsmittel Probleme verursachen.

Quelle: https://www.nature.com/articles/s41467-018-07019-x