Main Foren Tagebücher der Mitglieder Magnus Gohn – Tagebuch

Schlagwörter: 

Dieses Thema enthält 321 Antworten und 8 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Magnus vor 1 Monat.

Ansicht von 7 Beiträgen - 316 bis 322 (von insgesamt 322)
  • Autor
    Beiträge
  • #5250

    Magnus
    Teilnehmer

    Samstag war wieder Wettkampftag… einer der härteren Sorte 😀
    Ich werde chronologisch vorgehen… es wird wieder lang 😉
    Samstagfrüh, 8:30 sind wir los nach Schopfheim, dort war ich ab 9Uhr zum Fotografieren und als Streckenposten bei der BaWü-Meisterschaften der Jugend/Junioren eingeteilt. 12:30 wurde ich abgelöst, hab mein Zeitfahrrad aufgebaut und mein Rad für den Volkstriathlon über die Supersprint-Distanz eingecheckt. Über diesen Wettkampf hatte ich bereits letztes Jahr geschrieben (Seite 14 dieses Tagebuchs). Dieses Jahr wurde er allerdings verkürzt… neu waren es 0.2km/17km/4km.
    Schwimmen lief schon mal nicht so toll… den Start habe ich total verpennt. Es hieß, dass 30 Sekunden vor Start eine entsprechende Ansage kommt und dann zum Start das Signal. Das Problem war, dass die Person, welche die 30 Sekunden angesagt hat, bei Bahn 6 stand und relativ leise war. Auf Bahn 3 haben das dann noch ein paar mitbekommen, aber Bahn 2 & 1 haben die 30-Sekunden-Meldung nicht mitbekommen… ich war auf Bahn 2. Auf einmal kam das Startsignal. Ich war total überrascht, links von mir sind die Meisten los geschwommen, rechts von mir nicht, da die ebenso überrascht waren :-D. Nach einen kurzen Moment habe ich realisiert, dass das tatsächlich schon das Startsignal war, hab auf meine Uhr gedrückt und bin los geschwommen, hab dann aber gemerkt, dass ich versehentlich unten rechts «Back/Lap» gedrückt habe, anstatt oben rechts «Start/Stop». In diesem Menü war die «Back/Lap»-Taste allerdings noch die «Back»-Taste, wodurch ich zur normalen Uhranzeige gekommen bin. Beides zusammen (verpennter Start & Uhr nicht gestartet) hat mich schon total genervt. Ich habe dann während der Gleitphase nach der ersten Wende auf die Start-Taste gedrückt um wieder ins Menü zu kommen, bei der zweiten Wende noch mal gedrückt um «Triathlon» auszuwählen und bei der dritten Wende konnte ich dann die Aufzeichnung starten… d.h. ich habe die ersten 150m Schwimmen nicht drauf.
    Jetzt aber zum wichtigen. Nach dem verpennten Start habe ich erste einmal richtig Gas gegeben, das war nicht so optimal 😀 Die zweite Bahn wurde schon mühsam, dritte auch… die 4 war richtig Quälerei 😀 Bin da auch deutlich langsamer geworden. Die Vierte Bahn habe ich mit 47 Sekunden gestoppt, gesamte Schwimmzeit müsste ca. 2:57 gewesen sein. Mit Ausstieg aus dem Becken und laufen zur Zeitmatte hatte ich 3:20. Dann kam die Wechselzone. Hier hatte ich das erste Positive Erlebnis. Beim Schwimmen war einer auf Bahn 3 minimal vor mir, hat aber länger gebraucht um aus dem Becken zu kommen und auf dem Weg zum Rad habe ich ihn noch einmal etwas Distanziert. Den Wechsel habe ich so gut geschafft wie noch nie. Ich bin dann auch als erster aus der Wechselzone heraus gerannt, mit dem Rad in der Hand… und beim Laufen auf das Rad aufgesprungen. Schuhe hatte ich schon in der Wechselzone angezogen. Dann wieder ein Rückschlag. Die neuen Pedale hatten ein merkwürdiges Drehverhalten 😀 Ich habe lange gebraucht endlich mal mit den Pedalplatten auf die richtige Seite des Pedals zu kommen, das war nicht so optimal und hat mich etwas Zeit gekostet. Bis ich dann im Pedal war, kamen auch schon zwei Verfolger aus der Wechselzone heraus gerannt.
    Auf der Anfahrt zur Radrunde habe ich dann natürlich wieder voll angetreten. Die Radstrecke war die Gleiche wie die letzten Jahre, aber halt nur 4 Runden anstatt 5. Direkt nach der Anfahrt kam der erste kleine Anstieg, den bin ich noch recht gut hoch gekommen, aber danach hatte ich irgendwie nicht die Kraft auf den abfallenden Stücken ordentlich zu beschleunigen. Ich bin nicht wirklich in einen Rhythmus gekommen und war beim Radfahren ständig am Limit. Glücklicherweise habe ich nach dem ersten Wendepunkt gemerkt, dass meine Verfolger trotzdem nicht mithalten konnten. Allerdings war das nur die halbe Wahrheit. Es gab zwei Startgruppen. Ich war in der ersten Startgruppe, hier waren die Altersklassen M20, M30m, M50 & M60 am Start, die restlichen (M40 & jugend/junioren) waren in der Zweiten. Bei den M40 war auch Daniel Wiesner am Start. Der Name könnte euch bekannt vorkommen, er war unser «Joker» beim Liga-Team und hat dieses Jahr immer super Ergebnisse geliefert und war in Schopfheim der absolute Favorit für den Gesamtsieg. Da er aber 15 Minuten nach mir gestartet ist, hatte ich keinen Anhaltspunkt zu ihm. Aber natürlich war mir klar, dass ich einen verdammt guten Tag brauche um einigermaßen mit ihm mithalten zu können… und den hatte ich offensichtlich nicht! In der dritten Runde bin ich dann nach dem ersten Wendepunkt, am Ende des letzten Anstiegs etwas erschrocken, als er auf einmal kurz hinter mir war, er war da auf seiner ersten Runde. Ich habe mich davon allerdings nicht beeindrucken lassen und bin normal weiter gefahren, Daniel konnte ja schon seit dem Anfang der Runde, vor dem ersten Anstieg hinter mir gewesen sein, ohne dass ich es gemerkt habe und auf dem flachen Stück zurück ist er auch nicht an mir vorbei gefahren. Beim dritten Wendepunkt habe ich gesehen, dass der Abstand ungefähr gleich geblieben ist… ich würde mal auf gut 100m schätzen. Auch auf den Wellen zum Beginn meiner vierten Runde ist er nicht an mir vorbei gefahren… allerdings war er dann am Anfang des letzten Anstiegs (mit ca. 400m der Längste) nur noch 10m hinter mir. Dann kam die Situation, vor der ich die ganze Zeit Angst hatte. Am letzten Anstieg hat mich Daniel überholt… gleich unten am Anstieg. Ich hatte den Lenker an dem Basebar gefasst und war total am Kämpfen, er lag auf dem Auflieger und fuhr an mir vorbei als würde ich stehen und sah dabei aus, als wäre er auf einer Trainingsfahrt. Alleine auf diesen ca. 400m hat er mir ca. 20 Sekunden abgenommen! Auf dem Flachen konnte ich den Abstand allerdings wieder einigermaßen halten, demoralisiert war ich aber trotzdem. An diesem Punkt war mir klar… der Gesamtsieg heute ist weg… und das ganz deutlich. Von da an ging es nur noch darum den Vorsprung zu den Verfolgern in meinem Rennen zu verwalten.
    Wechselzone Zwei lief auch wieder erstaunlich gut. Auf den letzten Radmetern bin ich aus den Schuhen raus, während dem Fahren abgesprungen und mit dem Rad in der Hand zu meinem Platz gerannt. An meinem Platz habe ich ca. fünf Sekunden gebraucht um mein Rad an die Tange zu hängen, in die Laufschuhe zu schlüpfen und den Helm abzuziehen… wieder ein perfekter Wechsel, was bisher nicht so meine Disziplin war.
    Auf dem Weg aus der Wechselzone wollte ich den rechten Ausgang nehmen, da ich wusste, dass der Ausgang zum Laufen rechts ist, der Ausgang links daneben war für die Radstrecke. Allerdings hat mir der Streckenposten mit einem Absperrband den rechten Kanal versperrt und ich bin halt doch links gelaufen. Natürlich war das falsch, der Streckenposten hat einfach gepennt. Ich bin dann über das Absperrband in den anderen Kanal gesprungen. Beim Laufen habe ich allerdings nicht mehr alles gegeben, vor allem aber auch weil ich gleich zu Beginn des Laufen gemerkt habe, dass ich eh kein gutes Tempo laufen kann. Mit viel Mühe wäre ich vielleicht auf 4:05 gekommen. Ich habe dann aber 4:10-4:15 gelaufen. Auch das Laufen war die gleiche Strecke wie letztes Jahr, aber auch wieder reduziert auf vier anstatt fünf Runden. Auf der dritten Runde kam dann wieder Daniel an mir vorbeigesprintet. Er war voll motiviert und hat auch bei Laufen alles gegeben, obwohl er auch schon einen deutlichen Vorsprung auf den Zweiten seiner Startgruppe hatte. Er hatte am Ende eine Pace von ca. 3:45, da wäre ich eh nie ran gekommen.
    Was ich allerdings nicht wusste… in der Gruppe der M40 waren noch zwei weitere schnelle Athleten, die am Ende 9 bzw. 26 Sekunden schneller waren als ich… diese Zeiten hätte ich schlagen können, wäre ich beim Laufen ans Limit gegangen. So bin ich jetzt aber nur vierter in der «overall»-Wertung.

    Zusammengefasst kann man sagen, dass ich beim Radfahren gut 1km/h im Schnitt langsamer war als letztes Jahr, beim Laufen hatte ich eine Pace von 4:11 und war somit 11 Sekunden pro Kilometer langsamer als letztes Jahr…und das trotz kürzerer Strecke. Damit kann ich nicht zufrieden sein. Auch die Leistung beim Radfahren war dieses Jahr mit 290 Watt deutlich unter den 317 vom letzten Jahr. Ich hoffe, dass es einfach ein schlechter Tag war, insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das viele Training was gebracht hat und ich fitter bin als letztes Jahr.

    Aber der Tag war für mich noch nicht vorbei. Nach dem Zieleinlauf um kurz nach 15Uhr habe ich noch kurz mit den anderen Athleten geredet, bin dann in die Wechselzone, mein Zeug holen (die war offiziell noch nicht offen, aber als Mitglied des veranstaltenden Vereins bin ich trotzdem rein gekommen 😉 ) und hab dann mein Rennrad aus dem Auto geholt, aufgebaut und das Zeitfahrrad ins Auto eingeladen. Um 16Uhr bin ich mit dem Rennrad losgefahren, Richtung Rheinfelden. Dort war bereits das Radrennen im Gange, welches mein Radsportverein ausrichtet.
    Nach 15km und 34 Minuten bin ich dann in Rheinfelden angekommen, hab meine Startnummer geholt und mich auf das Kriterium vorbereitet. Start war für 16:50 geplant, hat sich aber wegen Verzögerungen verschoben… gestartet sind wir dann um 17:10. Auch von diesem Wettkampf habe ich letztes Jahr bereits berichtet (auch auf Seite 14). Dieses Jahr war die Strecke leicht abgeändert. Aufgrund einer Baustelle konnten wir nicht direkt nach der Ziellinie links abbiegen, sondern mussten eine Querstraße weiterfahren. Für mich war das gut. Die Anzahl Kurven pro Runde bleib gleich, die Runde wurde aber um fast 300m länger. Mein Plan für das Rennen war, die letzte Position im Feld einzunehmen und diese bis zum Schluss zu halten. Und genau das habe ich dann auch gemacht. Ich war durchgehend an einer der letzten Positionen, habe aber diese Position gehalten. 2-3 Fahrer wurden mal abgehängt, ich konnte den Anschluss aber halten. Im vorderen Teil des Feldes gab es insgesamt 4 Stürze, aber bis ich an der Stelle vorbeikam, lagen die gestürzten schon lange neben der Straße und ich konnte gut daran vorbei fahren :-). Wenn ich das richtig mitbekommen habe, musste sechs Fahrer sturzbedingt aufgeben.
    Die ersten 5km waren zügig, aber mit einem Schnitt von 41km/h noch gut machbar. Danach wurde das Tempo stark erhöht. Es hatten sich 3 Fahrer abgesetzt und das Feld hat die Verfolgung aufgenommen. Nach ca. 20km war der Gesamtschnitt auf 43km/h angestiegen, danach wurde es wieder etwas ruhiger. Die Ausreiser hatten einen großen Vorsprung und die Fahrer im Feld hatten sich damit abgefunden, dass sie nur noch um den vierten Rang kämpfen. Natürlich wurde dann auch das Tempo wieder langsamer. Am Ende hat das Feld (und somit auch ich) 1h35m für die 65km benötigt, was ein Schnitt van knapp 41km/h ist.

    Aber auch danach war noch nicht Schluss für mich 😀
    Der Vorstand des RSV Rheinfelden hatte am Freitag 70. Geburtstag, auch der Verein besteht jetzt seit 70 Jahren, das wurde mit einem Einladungs-/Promirennen gefeiert. Am Start waren einige Titelträger vergangener Jahr, vor allem aus dem Radsport, aber es waren auch Kickboxer, Skispringer, Tennisspieler und Ruderer am Start… und einige Vereinsmitglieder, unter Anderem auch ich.
    Natürlich war dieses Rennen kein wirkliches Rennen. Es war nur Spaß und Show. Einige der Teilnehmer waren im Altersbereich unseres Vorstandes. Gewonnen hat das Rennen «sehr überraschend» der Jubilar 😀
    Aber obwohl es kein wirkliches Rennen war und die Teilnehmer zum großen Teil im Rentenalter waren, hatten wir auf diesen 20km einen Schnitt von 35.4km/h.
    Nach diesem Rennen war ich allerdings dann ordentlich kaputt :-D. Um 23:59 bin ich dann endlich zuhause unter die Dusche und 20 Minuten später lag ich im Bett. Gestern war mein erster absoluter Ruhetag in diesem Monat. Wirklich erholt bin ich allerdings noch nicht, geschlafen habe ich die letzte beiden Nächste leider sehr schlecht.

    Jetzt ist Erholung angesagt. Am Sonntag starte ich in Freiburg beim Triathlon über die Olympische Distanz. Bei diesem Wettkampf will ich nicht wieder so versagen wie in Schopfheim 😀

    #5251

    Thomas Mann
    Teilnehmer

    Was soll ich dazu sagen… also deine Berichte sind immer „kleine“ Highlights und ich freu mich immer darauf, egal wie lange die sind!! 🙂
    Und Respekt vor der Tagesleistung!!! 🙂

    #5255

    Magnus
    Teilnehmer

    Achtung, es wird wieder richtig lang 😀

    Und wieder ist ein Wettkampf vorbei. Am Sonntag war ich in Freiburg bei der Olympischen Distanz am Start. Auch an diesem Wettkampf habe ich in den vergangenen Jahren mehrmals teilgenommen. Dieses Jahr gab es allerdings eine Änderung. Bisher war es eine Kurzdistanz mit 1km / 40km / 10km, dieses Jahr wurde die Baden-Württembergische Meisterschaft über die Olympische Distanz ausgetragen. Aus diesem Grund musste das Schwimmen 1.5km lang sein. D.h wir mussten zuerst die keine Runde (500m, früher nur für die «Jedermann-Distanz»), danach die große Runde (1000m, die ursprüngliche Schwimmrunde der Kurzdistanz) schwimmen.
    Beim Radfahren hat sich nichts zum Vorjahr geändert. Es ist eine recht flache, ziemlich schnelle Runde, welche zweimal gefahren werden muss. Insgesamt ist die Radstrecke aber «nur» knapp 39km lang. Das einzige, was beim Radfahren ordentlich ausbremst, ist die An-/Abfahrt zur Runde (ca. 2km) sowie die insgesamt 9 Wendepunkte (4 pro Runde + 1x am Ende der ersten Runde).
    Laufstrecke war ebenfalls die Gleiche wie letztes Jahr, allerdings dieses Jahr mit dem richtigen Wendepunkt. Letztes Jahr hatten sie den Wendepunkt 200m zu früh gesetzt, so war die Runde 400m zu kurz, was bei 4 Runden insgesamt 1.6km Differenz ergibt. Dieses Jahr waren es gesamt 9.9km.

    Jetzt zum Wettkampf. Ich habe auch hier wieder keine korrekte Garmin-Aufzeichnung, da ich vor dem Start mit den Gedanken irgendwie wo anders war.
    Gemeldet waren 250 Athleten/innen, der Wettkampf war ausgebucht. Gestartet sind natürlich auch hier nicht alle, aber es waren 211 Personen am Start. Ich Stand in der zweiten Reihe der ca.10m Breiten Startaufstellung. Wir standen bis über die Hüfte im Wasser, aber bei der großen Startgruppe standen die hinteren Reihen außerhalb des Wassers.
    Da wir bereits im Wasser standen, konnte ich beim Startsignal sofort los Schwimmen und habe das auch getan. Es war wieder einmal richtig eng. Nach wenigen Metern habe ich den ersten Schlag auf die Brille bekommen, welche dadurch leicht verrutscht ist. Ich konnte aber Problemlos weiter schwimmen. Kurze Zeit später habe ich mich mit einem anderen Schwimmer gekreuzt. Ich weiß nicht, ob ich nach Links weg gedriftet bin oder er nach rechts (oder beide?)… auf jeden Fall waren wir kurzzeitig übereinander 😀 Das ist mir auch letztes Jahr in Freiburg schon passiert. Das Problem ist, dass schon nach etwas mehr als 200m die erste Boje kommt, bei der man rechts abbiegen muss. So früh ist die Gruppe noch recht breit aber trotzdem will jeder möglichst eng an der Boje vorbei schwimmen um keinen «Umweg» zu schwimmen. Früher ging es dann über 400m zur zweiten Boje, aber dieses Jahr mussten wir die «Zusatzrunde» schwimmen. D.h. die nächste Boje kam schon gut 100m später… zum Glück nur ein leichter Knick. Dann ging es zurück zum Start und wieder eine Enge Kurve Richtung der ersten Boje. Hier gab es keine Probleme, obwohl es eine starke Richtungsänderung war…. Ich konnte also nicht in ein einer großen Gruppe sein. Leider habe ich es nicht geschafft, mir einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Auf dem Weg zum zweiten Mal zur ersten Boje waren allerding noch andere um mich herum. Sowohl vornedran als auch nebendran. Erst nach der zweiten Boje habe ich gemerkt, dass ein paar Schwimmer rechts neben mir waren, allerdings mit ca. 2m Abstand, vor mir war nichts mehr. Weit vorne konnte ich noch ein paar Schwimmer erkennen, aber ich hatte absolut keine Ahnung, wo im Feld ich mich befinde. Nur wenige Meter später habe ich niemanden mehr um mich herum gesehen. Kurz vor der letzten Boje habe ich beim Atmen versucht nach hinten zu schauen und gesehen, dass zumindest ein Athlet bei mir war. Auf dem Stück von der letzten Boje zurück zum Start/Ausstieg kam kurzfristig mal jemand neben mich, ist dann aber schnell wieder zurückgefallen. Als ich dann endlich aus dem Wasser gestiegen bin habe ich niemanden vor mir auf dem Weg zur Wechselzone gesehen, das war irgendwie beunruhigend, da mir klar war, dass die Athleten vor mir einen großen Vorsprung haben mussten. In der Wechselzone habe ich nur die Leute mit der gelben Weste gesehen, aber keine Athleten. Als ich gerade meine Schuhe angezogen habe, ist Olga (Vereinskollegin) zu Ihrem Rad gekommen. Auch ein paar andere Athleten waren dann um mich herum. Ich musste also eine kleine Gruppe angeführt haben. Einer von dieser Gruppe hat schneller gewechselt als ich und ist direkt vor mir aus der Wechselzone heraus aufs Rad, den habe ich aber nach wenigen Metern überholt… danach war ich erst einmal wieder alleine 😀
    Auf der gesamten Anfahrt zur Runde habe ich niemanden vor mir gesehen. Dann ging es auf die Runde, ich konnte ein paar hundert Meter weit sehen, aber da war niemand. Erst kurz darauf konnte ich auf der langen Geraden, ganz klein andere Radfahrer vor mir erahnen. Nach der Anfahrt hatte ich ca. 36km/h im Schnitt, der erste Teil der Runde war leicht abfallend und ich bin kurzfristig mit über 50km/h gefahren. Dementsprechend stieg die Durchschnittsgeschwindigkeit schnell an. Die Durchschnittsleistung war allerdings mit 280Watt niedriger als geplant… letztes Jahr hatte ich bei dem Wettkampf 301Watt. Nach insgesamt gut 5km habe ich dann die ersten Radfahrer eingeholt, wenige hundert Meter später bin ich überholt worden…. Mit der Radbestzeit wurde es also auf jeden Fall mal nichts 😀
    Allerdings war der Fahrer (Nr. 72) nur geringfügig schneller und ich konnte danach sein Tempo mitgehen. Der Abstand zu ihm hat sich immer Bereich 15-30m bewegt. Meistens hatte ich Mühe ihm zu folgen, aber an manchen Stellen musste ich aufpassen, dass ich ihm nicht auffahre. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist natürlich schnell angestiegen und am Ende der ersten Runde stand 41.7km/h auf der Anzeige. Der höchste Wert, den ich auf der Anzeige gesehen hatte war mal 42.3km/h. Letztes Jahr war ich mit dem Gesamtschnitt knapp unter 40km/h, d.h. ich war deutlich schneller als letztes Jahr… und das trotz weniger Leistung. Diese stieg zwar langsam an, war aber noch weit entfernt von den 300Watt.
    Zusammen haben wir zwei immer wieder Athleten überholt, folgen konnte uns von denen aber niemand. Auf der Rückfahrt zur Wechselzone habe ich nochmal etwas Geschwindigkeit verloren und habe es in der Hektik auch nicht geschafft noch einmal auf den Tacho, welcher am Trinksystem zwischen den Armen befestigt war, zu schauen.
    An der Wechselzone angekommen bin ich während der Fahrt vom Rad abgesprungen und in die Wechselzone gelaufen. Leider habe ich eine Bodenwelle übersehen, was einen heftigen Schlag aufs Rad verursacht hat. Dabei hat sich meine Tasche mit den Schläuchen und der Pumpe gelöst und die Pumpe ist weggefallen, die Tasche hielt aber noch irgendwie. Ich habe die Pumpe natürlich liegen lassen und gehofft, dass sie jemand abgibt (sie wurde abgegeben und ich habe sie zurück bekommen).
    Wechsel zum Laufen lief erst recht gut, aber dann kam der Krampf im rechten Bein, als ich dabei war den Schuh anzuziehen. Dadurch war dann die Zunge des Schuhs umgefaltet. Ich habe das ignoriert und bin los gerannt… jeder weitere Versuch etwas am Schuh zu ändern hätte neue Krämpfe gebracht. Als ich aus der Wechselzone raus bin habe ich wieder auf die Uhr gedrückt… auf « Lap/Back». Diese Taste wechselt im Triathlon-Modus von einer Sportart in die Wechelzone und dann in die nächste Sportart. Als ich auf die Uhr geschaut habe (zum ersten Mal in diesem Wettkampf, alle Anderen Werte kamen vom Tacho am Rad), war die Anzeige eine andere als erwartet. Es hat ein paar Sekunden gedauert, bis ich realisiert habe, dass es die Anzeige vom Freiwasserschwimmen ist. D.h. ich muss die Uhr im Freiwassermodus gestartet haben und habe danach mit dem Drücken der «Lap/Back» taste immer nur eine «Lap» erstellt. Dann habe ich die Aufzeichnung gestoppt, gespeichert und eine Laufaufzeichnung gestartet. Vor Allem das Speichern hat aber etwas gedauert, sodass mir bei der Laufaufzeichnung die ersten 800m fehlen. Zu dem Zeitpunkt war ich allerdings schon von einem Athleten überholt worden und der Führende ist mir auch schon entgegen gekommen…. Zurück zum Wettkampf (ich bin gerade aus der Wechselzone heraus gekommen)
    Die ersten paar Meter waren ziemlich unrund, da sich der Krampf erst noch lösen musste.
    Schon wenigen Metern auf der Laufstrecke wurde ich überholt… von dem Athleten, den wir als letztes überholt hatten. Die Nr. 72 lief mir auch davon. Kurz darauf kam mir der Führende entgegen. Ich habe angefangen zu zählen… am Wendepunkt wusste ich, dass ich auf Rang 7 lag, d.h. nach dem Radfahren war ich auf Rang 6. Alle die mir entgegengekommen sind, haben einen deutlich schnelleren Eindruck gemacht als ich (ich war mit ca. 4:15min/km unterwegs)… nach vorne war nichts mehr zu holen. Es ging nur noch darum den Platz zu verteidigen. Auf den Runden 2-4 wurde ich noch viermal überholt, bei zwei wusste ich, dass die auf jeden Fall eine Runde hinter mir sind. Ich habe die ganze Zeit versucht meinen Rhythmus zu laufen, aber der Puls war bei gut 160-165BpM, mehr ging nicht. Das war wohl mein Rhythmus… so hätte ich auch noch weiterlaufen können, es hat sich gut angefühlt, aber es war halt zu langsam.

    Im Ziel angekommen habe ich dann die Schuhe ausgezogen uns gesehen, dass ich den Fußrücken ordentlich aufgeschürft hatte (wegen der umgeklappten Zunge im Schuh), da ich ohne Socken gelaufen bin hatte ich natürlich auch ein paar kleine Blasen, aber die waren kein Problem, die offene Stelle auf dem Fußrücken hingegen ist auch heute noch ziemlich schmerzhaft.
    Im Ziel habe ich dann auch die Platzierungen erfahren. Ich bin als 8. Overall ins Ziel gekommen. Nach dem Schwimmen war ich Overall 22., bei den Männern 19. Ich hatte beim Schwimmen tatsächlich eine kleine Gruppe angeführt. Wir waren 6 Athleten und der Rückstand beim Schwimmen auf die nächste Gruppe vor uns betrug 46 Sekunden! Mit einer Schwimmzeit von 22:12 hatte ich knapp vier Minuten Rückstand auf den schnellsten Schwimmer (18:19), was weniger war, als ich gedacht hätte.
    Beim Radfahren hatte ich mit 56:26 (41.5km/h) die viertschnellste Zeit und war 1:14 langsamer als der Schnellste Radfahrer.
    Laufen war mal wieder meine schwächste Disziplin… Rang 34 (41:51) und 6:11 langsamer als der schnellste Läufer!
    Zum Glück hatte ich beim Radfahren ein gutes Polster aufgebaut und es sind beim Laufen nur zwei an mir vorbei gekommen. Schlusszeit war 2:02:44, der Sieger hat 1:52:59 gebraucht, war also fast 10 Minuten schneller als ich. Er war der schnellste Radfahrer und der schnellste Läufer, nur beim Schwimmen war er «nur» auf Rang 6, mit 20:03.
    In der Altersklasse (TM30) hat es allerdings noch auf den 3. Ran gereicht, ebenso in der Altersklassenwertung der BaWü-Meisterschaft. D.h. ich habe Bronze in der Baden-Württembergischen Meisterschaft über die Olympische Distanz in der Altersklasse TM30 gewonnen 🙂

    Etwas kurios war, dass die Altersklasse M35 recht schlecht besetzt war. Der Sieger war TM30, der zweite TM20, der Dritte TM25 und der Fünfte TM50. Der schnellste in der Altersklasse TM35 kam allerdings erst auf Rang 17 (2:06.:35). Der war allerdings nicht in der BaWü-Wertung und somit ging der Titel des BaWü-Meisters in der TM35 an einen Kollegen von mir, auf Rang 28! (2:09:42). Selbst der schnellste in der TM55, auf Rang 10 (2:03:47), war deutlich schneller.

    Am Ende hatte ich beim Radfahren eine Durchschnittsleistung von 290Watt und 41.5km/h. Im Vergleich dazu die Werte vom letzten Jahr: 301Watt / 39.7km/h.
    Hat die Änderung der Sitzposition und die Umbauten am Rad tatsächlich so viel gebracht? Oder gab es bei einem der beiden Wettkämpfe Messfehler? Weniger Leistung aber höhere Geschwindigkeit?!

    Als Fazit kann ich sagen, dass ich ein richtig gutes Schwimmen hatte. Vermutlich waren es nicht ganz 1500m, aber 1400 waren es auf jeden Fall, ich würde eher auf 1450m schätzen. Das wäre dann auf jeden Fall meine beste Schwimmleistung.
    Radfahren lief nicht ganz rund, ich bin einfach nicht in die hohen Leistungsbereiche reingekommen und hatte von Anfang an Probleme richtig zu drücken. Aber es war schon mal besser als in Schopfheim. Ich bin der Ansicht, dass das vom vielen Training kommt und nach einer ordentlichen Erholungsphase besser werden müsste. An einem guten, erholten Tag wäre vielleicht auch etwas mehr als die 300 Watt vom letzten Jahr drin gewesen… aber der Wettkampf war ja «nur» Vorbereitung 😉
    Laufen war irgendwie wie immer. Beim Triathlon komme ich einfach nicht über einen Puls von 165BpM 😀 das muss ich unbedingt trainieren. Ich sollte öfters harte Radtrainings fahren und danach noch einen Tempolauf dran hängen. Das mache ich aktuell selten… entweder hartes Radtraining und lockerer Lauf oder umgekehrt.

    Am 19.08.18 geht es weiter… Mitteldistanz in Malterdingen, zwei Wochen danach, am 02.09.18 Langdistanz in Köln.
    D.h. jetzt noch gut zwei Wochen ordentlich trainieren, danach Fokus auf Erholung.

    Hier noch die Links zu den Garmin-Aufzeichnungen. Die Originalaufzeichnung von der Fenix habe ich exportiert, alles nach dem Schwimmen gelöscht und wieder importiert 😀 Radfahren hatte ich vom Garmin Edge und Laufen habe ich halt nicht ganz komplett:

    https://connect.garmin.com/modern/activity/2874048021
    https://connect.garmin.com/modern/activity/2872592706
    https://connect.garmin.com/modern/activity/2872331221

    #5274

    Magnus
    Teilnehmer

    Letzter Vorbereitungs-Wettkampf vor der Langdistanz ist vorbei… jetzt kommt nur noch 2 Wochen Erholung 😀
    Heute war ich mal wieder bei einer Mitteldistanz am Start, die letzte Mitteldistanz war 2014! Der Wettkampf (Breisgau Triathlon) ist insgesamt ein schöner Wettkampf, allerdings ist die Radstrecke zu hart für mich, da kann ich mit den Leichtgewichten nichtganz mithalten. Zum Glück gibt es zwischen den Anstiegen noch ein paar flache Stücke, auf denen ich dann wieder etwas Zeit gutmachen kann.

    Angefangen haben wir aber natürlich wider mit dem Schwimmen. Hier lief es nicht ganz so gut wie erhofft. Im Gegensatz zum letzen Triathlon in Freiburg waren die 233 Athleten/innen heute breiter aufgestellt. Ich hatte die Hoffnung, dass ich dieses Mal ohne Schläge und Tritte über die ersten 500m komme. Daher bin ich dann auch recht schnell los geschwommen. Das Ziel, den Start ohne Schläge und Tritte zu überstehen habe ich erreicht, allerdings hatte ich dann auch ziemlich schnell das Gefühl keine Kraft mehr in den Armen zu haben 😀 Trotzdem konnte ich noch das Tempo der Athleten um mich herum halten. Erst auf den letzen ca. 400-500m hatte ich dann Probleme und musste eine Lücke zu der Gruppe vor mir reißen lassen. Daher war ich etwas überrascht, als ich bei der Abgabe des Wechselbeutels nach der ersten Wechselzone nur wenige bereits abgegebene Beutel gesehen habe. Mittlerweile weiß ich, dass ich als 27. aus dem Wasser gekommen bin. Allerdings habe ich 34m45s für die 2km (laut Garmin 2.13km) und war somit ca. 2 Minuten langsamer als vor 4 Jahren beim gleichen Wettkampf, damals hat der Garmin aber auch nur 2.06km gemessen und damals war Neo erlaubt, heute nicht.
    Auf dem Rad mussten wir erst einmal eine flache Anfahrt von ca. 7km zur Radrunde bewältigen, danach ging es auf eine ca. 24km lange Runde mit zwei Anstiegen. Der erste Anstieg kam nach ca. 12.5km (gesamt, 5,5km auf der Runde) und fing sachte an, hatte aber drei etwas steilere Rampen drin, dazwischen wurde es deutlich flacher. Gesamtlänge des Anstiegs war knapp 3km mit gut 170hm. Danach kam eine schnelle Abfahrt, allerdings mit leichten Kurven. Theoretisch hätte man die eigentliche Abfahrt ohne zu bremsen fahren können, das war mir aber doch zu gefährlich, da es zwar nur sanfte Kurven, aber halt trotzdem kaum gerade Stücke hatte. Danach kam ein ca. 3km langes Flachstück, bevor es durch die Weinberge auf den zweiten Hügel ging. Dieser Anstieg war allerdings deutlich flacher… lediglich ca. 70hm auf ca. 2km. Dafür kam dann eine brutale abfahrt. Die Straßen in den Weinbergen sind schmal, der Belag ist sehr schlecht mit vielen Bodenwellen und Schlaglöchern und es gibt einige enge Kurven. Diese Abfahrt hat die Durchschnittsgeschwindigkeit stark reduziert :-D. Nach der Abfahrt ging es noch ca. 3km flach zu dem Punkt, an dem man auf die Runde aufgefahren ist. Die Abfahrt von der Runde (zur Wechselzone 2) war allerdings noch einmal 2.5km weiter (dieses Stück mussten wir also viermal fahren) und dann kam noch das kurze Stück bis zur Wechselzone hinzu. Somit hatten ich nach drei Runden 80,1km auf dem Tacho. Trotz der Anstiege konnte nicht noch die 9. Radzeit fahren (2h16m38s) allerdings war der schnellste Radfahrer mit einer Zeit von 2h05m28s deutlich schneller. Danach kam lange nichts… der Zweitschnellste hat 2h09m22s gebraucht, der Dritte 2h10m41 und dann kam der erste Radfahrer mit „normalen“ Zeiten (2h14m09s). Ich bin das Radfahren recht zügig angegangen… vielleicht zu zügig, ab dem ersten Anstieg auf er zweiten Runde hatte ich leichte Ansätze von Krämpfen. Vor dem ersten Anstieg habe ich (wenn ich mich richtig erinnere) eine Durchschnitt-Wattleistung von über 280W auf der Anzeige gesehen. Am Ende hatte ich aber trotzdem noch Ø264W (3.1W/kg) auf dem Tacho, 286W Normalized Power (3,36W/kg). Ø Geschwindigkeit lag bei 35,2km/h. Höhenmeter auf der Radstrecke beliefen sich auf 880hm.
    Danach kam dann noch der HM. 2,5 Runden… der Teil, den man 2 mal Laufen musste war flach, auf dem anderen Teil gab es einen Anstieg… kurz, aber Steil! Ich würde den auf jeden Fall auf über 10% schätzen , zum Glück nur ca. 100m lang. Oben dann ein Wendepunkt und das gleiche Steile Stück wieder runter. Ich hatte sowohl hoch als auch runter Probleme. Ich war beim runter laufen langsamer als auf dem flachen. Wäre ich schneller runter gelaufen hätte ich das Tempo nicht mehr kontrollieren können und wäre immer schneller geworden, bis es mich hin gelegt hätte.
    Temperatur war genau richtig für mich… gut 30° und es gab so gut wie kein Schatten 🙂
    Allerdings bin ich halt kein guter Läufer. Mit der starken Radleistung konnte ich mich auf den 14 Rang vorkämpfen, den habe ich aber beim Laufen sofort wieder verloren :-D. Mit 1h41m51 (21.3km) hatte ich nur die 53. Laufzeit (schnellster Läufer hatte 1h22m17s) und bin auf Rang 22 zurück gefallen.
    Gesamte Zeit für den Wettkampf war am Ende 4h38m38s, der Sieger hatte 4h10m10s! Ich habe also noch einen weiten Weg vor mir, wenn ich irgendwann mal vorne mit dabei sein will 😀

    Hier noch der Link zur Garmin-Aufzeichnung:
    https://connect.garmin.com/modern/activity/2946028821

    #5276

    Magnus
    Teilnehmer

    Mehr als ein Jahr habe ich mich auf meinen diesjährigen Hauptwettkampf vorbereitet. Die letzten 12 Monate habe ich 896h Trainiert, so viel wie noch nie zuvor in einem Jahr. Am Sonntag war es dann so weit, um 7Uhr war Start für die «Cologne 226» im Rahmen des «Cologne Triathlon Weekend». 3.8km Schwimmen, 180km Radfahren, 42,2km Laufen.
    Wenn man sein gesamtes Training auf nur einen Wettkampf im Jahr ausrichtet und alle anderen Wettkämpfe nur in das Training für den Hauptwettkampf einbaut, will man an diesem Tag natürlich in bester Verfassung sein. Wenn man dann doch nicht zur richtigen Zeit Fit ist, ist das sehr ärgerlich, vor Allem, wenn das zum Teil Umständen verschuldet ist, auf die man selber keinen Einfluss hat. So ging es mir am Sonntag. Aber der Reihe nach.
    Bei den vorangegangenen Triathlons in diesem Jahr bin ich nie erholt gestartet und habe trotzdem gute Ergebnisse erzielt. Daher hatte ich hohe Erwartungen an den Hauptwettkampf. Unter 10h wollte ich auf jeden Fall finnischen, aber eigentlich hatte ich eine Zeit von <9h45m angestrebt.
    Nach dem Mitteldistanz-Triathlon vor zwei Wochen habe ich meine Erholungsphase gestartet. Von da an gab es nur noch Erholungstraining. Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich mich in diesen zwei Wochen vollständig regeneriere. Allerdings hatte ich bereits vor zwei Wochen leichte Probleme mit Krämpfen. Diese Probleme wurden nicht weniger. Obwohl ich nur wenig und nur locker trainiert habe, hatte ich immer wieder ein Ziehen und Zwicken in den Oberschenkeln, das hat mir leichte Sorgen bereitet. Leider gab es aber noch weiter negative Einflüsse. Ursprünglich war ich ja für die Challenge Regensburg gemeldet (diese wäre eine Woche früher gewesen). Nachdem der Veranstalter Konkurs angemeldet und die Veranstaltung abgesagt hat, habe ich mir Köln als Ersatz ausgesucht. Ich hatte aber die ganze Zeit Probleme, mich mental darauf einzustellen. Für Regensburg war ich absolut motiviert, aber es viel mir schwer, die Motivation für Köln aufrecht zu erhalten… Köln war halt nur ein Ersatz. Von Regensburg hatte ich so viel Gutes gehört, vor allem die Strecke soll richtig schön und schnell gewesen sein, den Wettkampf hätte ich wirklich gerne erlebt. Köln ist landschaftlich weniger Schön, es waren kürzere Runden auf dem Rad und die Organisation schien sehr chaotisch zu sein. Vor einigen Wochen wurden dann die Strecken noch einmal komplett geändert, nur das Schwimmen blieb auf der Regattabahn im Füllingersee. Radstrecke wurde von 3.5 Runden auf 6 Runden geändert, Laufen von 4 Runden ebenfalls auf 6 Runden und das Laufen fand neu um den See statt, nicht mehr in der Stadt. Vor zwei Wochen dann noch einmal eine Änderung. Die Radstrecke wurde auf 5 Runden geändert, hatte dafür aber mehr Kurven. Das alles hat nicht gerade geholfen, mich zu Bestleistungen zu motivieren.
    Am Mittwoch, den 22.08.18 kam dann aber eine Nachricht, die mich für ein paar Tage komplett aus dem Konzept gebracht hat. Nach der Arbeit habe ich eine Meldung gesehen, dass in Basel ein 70jähriger Radfahrer von einem LKW überfahren wurde. Ich habe kurz mit meiner Frau darüber geredet, danach sind wir beide ins Schwimmtraining. Nach dem Schwimmtraining kam die Nachricht, dass dieser Radfahrer Alois Stöcklin, Vorstand meines Radsportvereins, war. Ich habe Alois vor 19 Jahre, damals war ich knapp 14 Jahre alt, kennen gelernt. Er war auch damals schon Vorstand in RSV Rheinfelden und hat ich sehr unterstütz. In den letzten 19 Jahren habe ich ihn regelmäßig gesehen und wir haben viele Kilometer gemeinsam bei Radausfahrten verbracht. Auch die Benefiztour, von der ich hier schon erzählt hatte (meine 400km Tour) wurde von ihm organisiert. Für mich war er nicht nur ein Freund, sondern auch ein Mentor. Ich habe viel von ihm gelernt. Vor Allem auch, was den Umgang mit Anderen angeht, und dass jeder eine Chance verdient hat. Er hat immer alles gegeben um andere zu unterstützen. Er war zwar schon 70 Jahr alt, aber immer noch fit genug, 300km am Stück Rad zu fahren. Ich bin mir sicher, dass er noch viele Jahre vor sich gehabt hätte. Viele Jahre, in denen er, mit seinen sozialen Projekten viel Gutes hätte tun können.
    Dieses Ereignis hat mich dann doch ordentlich aus der Bahn geworfen. Der Triathlon war mir auf einmal total egal.
    Glücklicherweise fand die Beerdigung noch vor dem Wochenende statt. So konnte ich zur Beerdigung und trotzdem, wie geplant, am Samstag nach Köln reisen.
    Allerdings hat mich die Beerdigung wieder mental stark heruntergerissen. Ich war noch nie bei einer Beerdigung mit so vielen Leuten. Alleine aus dem Raum Giesen sind zwei Busse mit 65 Personen angereist. Insgesamt waren sicherlich 500 Personen anwesend. Es ist unglaublich, wie viel Trauer der Tod einer einzelnen Person verursachen kann.
    Am Freitagabend habe ich dann noch das Auto eingeladen und am Samstag sind wir um kurz nach 8Uhr losgefahren.
    Am Nachmittag sind wir dann in Köln angekommen. Ich habe die Startunterlagen geholt und erneut feststellen müssen, dass die Organisation total chaotisch ist, sowas kann ich gar nicht leiden. Informationen, wie z.B. die Laufwege in den Wechselzonen, waren nirgends heraus zu finden. Wie soll man sich so richtig auf den Wettkampf vorbereiten?
    Um 7Uhr dann der Startschuss. Es war ein kleiner Wettkampf, gerade einmal 106 Starter über die Langdistanz, dazu noch 58 Starter auf der «Spezial-Distanz» mit verkürztem Laufen (nur 14km) und 8 Staffeln. Gestartet wurde im Zielbereich der Regattabahn, im Wasser. Danach sind wir einmal 1.9km die Regattabahn hoch, haben um zwei Bojen gewendet und sind wieder zurück. Bei der Wende habe ich auf die Uhr geschaut.. 30m40s, das war gut. Auf dem Rückweg, ca. 750m vor dem Ausstieg aus dem Wasser, haben dann die Probleme angefangen. Krämpfe in der Wade und die Kraft war auch weg. Am Ende bin ich nach 1h04m36s aus dem Wasser. Morgens, kurz nach 8Uhr war es allerdings noch recht kühl. Daher habe ich mir in der Wechselzone meine Knielinge sowie Armlinge angezogen, das hat mich ca. 1 Minute Zeit gekostet. Trotzdem war mir auf der ersten Runde recht kalt. Wie gewohnt war der Puls auf den ersten Kilometern auf dem Rad recht hoch. Ich habe mich dann ein bisschen zurückgehalten, auch wegen dem Zwicken in den Oberschenkeln… Durchschnittsleistung auf den ersten gut 10km war nur 244Watt. Wie geplant habe ich danach das Tempo erhöht und habe den Wettkampf offensiv gestaltet. Die erste Runde hatte ich dann eine Ø Geschwindigkeit von etwas über 37km/h. Als ich bei 90km angekommen bin, hat die Uhr 2h21m58 Sekunden angezeigt, d.h. etwas mehr als 38km/h im Schnitt. Die Durchschnittsleistung ist auf 254W gestiegen. Es lief nach wie vor nach Plan… bis auf Probleme mit der Muskulatur, es war nur eine Frage der Zeit, bis die Krämpfe kommen. Nach 90km habe ich (immer noch nach Plan) etwas Tempo rausgenommen. Ich wollte den Wettkampf wie geplant durchziehen und habe gehofft, dass ich mich getäuscht habe und doch ohne Krämpfe durchkomme, leider war es nicht so. Nach 130km war es soweit. Ich hatte ordentliche Probleme. Sobald ich etwas mehr Kraft auf die Pedale gegeben habe, kamen die Krämpfe. Teilweise kamen sie auch ohne Kraft, nur durch eine falsche Bewegung (z.B. in der Kurve das Bein nach außen drehen). Die letzten 50km musste ich extrem vorsichtig sein und hin und wieder auch mal kurz rollen lassen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass es heute wohl meinen ersten DNF bei einem Triathlon geben wird. Die Krämpfe haben mich brutal ausgebremst, ich konnte teilweise kaum noch treten und mental war ich eh nicht besonders gut drauf. Ich habe es dann trotzdem geschafft, mich in die Wechselzone zu schleppen. Die Ø Geschwindigkeit ist allerdings auf knapp 37km/h und die Ø Leistung auf 234Watt gefallen. Natürlich ist auch der Puls abgefallen. Am Ende habe ich kaum noch 140BpM erreicht. Trotzdem habe ich es noch mit einer Zeit von 4h51m07s in die Wechselzone geschafft. Das ist meine Bestzeit auf dieser Distanz (ca. 15 Minuten schneller als meine bisherige Bestzeit) und war die Drittschnellste Radzeit im Wettkampf über die Langdistanz. Das Absteigen vom Rad war dann allerdings problematisch 😀 und das Anziehen der Socken und Schuhen hat ewig gedauert. Noch beim Absteigen war ich davon überzeugt, dass ich die Laufstrecke nicht mehr in Angriff nehmen werden, aber als ich das Rad an die Stange gehängt habe, war alles schon wieder total anders. Ich habe den Wechsel zwar sehr gemütlich angehen lassen und bei jeder Bewegung vorher überlegt, ob diese Krämpfe auslösen könnte, aber der Gedanke ans Aufhören war gar nicht mehr vorhanden.
    Das Laufen war anfangs noch überraschend gut. Die erste Runde gab es keine Probleme und auch das Tempo war akzeptabel, 37m13s für die ersten gut 7km. Die zweite Runde war noch etwas schneller (36m23s), aber da fingen dann schon die Oberschenkel an zu schmerzen. Zum Glück wurden die Schmerzen nur langsam stärker. So habe ich auch die dritte Runde noch einmal in unter 37 Minuten (36m44s) geschafft. Die vierte Runde war schon deutlich problematischer, aber mit 37m47s immer noch in Ordnung. Auf der fünften Runde wurden die Schmerzen in den Oberschenkeln dann sehr stark und ich habe gemerkt, dass ich deutlich langsamer wurde, aber ich bin weiterhin durchgelaufen und nur bei den Verpflegungsstellen (3 Stück pro Runde) gegangen. Kurz vor Ende der fünften Runde, ab dem 32. Kilometer, musste ich dann viele Gehphasen einlegen… ich bin dann mehr gegangen als gelaufen. Aber, obwohl ich die die fünfte Runde nur am Schluss zum Gehen wechseln musste, habe ich 41m11s benötigt… das Tempo ist also sehr stark abgefallen. Die letzte Runde habe ich dann ständig zwischen Gehen und Laufen gewechselt. Allerdings hatte ich dann bei den Laufphasen wieder eine Pace von 5:00-5:15 min/km, wodurch ich in der letzten Runde nicht viel langsamer war als in der vorletzten (42m44s).
    Die letzten 500m bin ich dann natürlich wieder gelaufen und bin, mit starken Schmerzen in den Oberschenkeln, nach 9h54m49s in Ziel gekommen… als vierter Overall! Vierter Overall hört sich eigentlich recht gut an, Treppchen nur knapp verpasst, aber der Dritte war 37Minuten vor mir, da kann man nicht wirklich von knapp sprechen. Auf Rang zwei hatte ich 1h04m Rückstand und auf den Sieger noch einmal 4,5 Minuten mehr.
    Hinter mir war es da deutlich knapper. Der Vorsprung auf Rang fünf betrug lediglich 22 Sekunden! Auf Rang sechs kam die erste Frau, auch nur 38 Sekunden nach mir. Während des Wettkampfes habe ich nicht mitbekommen, dass ich auf Rang vier lag. Auch dass die nächsten nach mir am Ende so dicht hinter mir waren, wusste ich nicht. Dadurch, dass wir 6 Runden laufen mussten, war es sehr unübersichtlich, man wusste nie, in welcher Runde die Anderen sind. Zum Glück habe ich bis zum Ende alles gegeben. 2km vor dem Ziel habe ich gesehen, dass ich unter den 10h bleibe, selbst wenn ich den kompletten Rest der Laufstrecke gehe… und ich habe tatsächlich kurz darüber nachgedacht, genau das zu tun. Schlussendlich habe ich mich aber dagegen entscheiden und trotz Schmerzen versucht schnellstmöglich vorwärts zu kommen.
    Im Nachhinein muss ich sagen, dass es sich gelohnt hat. Für die ersten fünf gab es Preisgeld, (1500€/1000€/500€/300€/200€). D.h. die 22 Sekunden Vorsprung auf Rang fünf waren 100€ wert :-D. Auch wenn die 300€ nicht einmal die Hälfte meiner Kosten für dieses Wettkampfwochenende decken, ist es doch schön, zum ersten Mal überhaupt, bei einem Triathlon Preisgeld zu erhalten.

    Hier noch der Link zur Garmin-Datei (leider habe ich die Uhr zu spät eingeschaltet, oder bin zu früh ins Wasser… daher hatte ich beim Schwimmen gar kein GPS):
    https://connect.garmin.com/modern/activity/2984214566

    #5277

    Thomas Mann
    Teilnehmer

    Glückwunsch zum ersten Preisgeld! 🙂

    Macht man sich beim Laufen mit Schmerzen nicht evtl. zu viel kaputt?

    #5278

    Magnus
    Teilnehmer

    Ne, waren ja nur Muskuläre Probleme, nichts mit Gelenken oder Sehnen. Dafür war der Muskelkater nach dem Wettkampf exzellent 🙂

Ansicht von 7 Beiträgen - 316 bis 322 (von insgesamt 322)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.